Vista Nr. 8 September 2008
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Starke Knochen Osteoporose lässt sich vorbeugen Die Osteoporose ist eine weit verbreitete Krankheit. Jede dritte Frau und jeder siebte Mann um 50 muss damit rechnen, früher oder später einen osteoporotischen Knochenbruch zu erleiden. Die Prävention hat grosse Bedeutung. Unsere Knochen sind im ständigen Umbau. Sie lagern dort, wo die Knochen jeweils am meisten belastet werden, am meisten Knochenbälkchen ein und sorgen so für Stabilität. Bis zum Alter von etwa 25 Jahren nimmt die Knochenmasse insgesamt zu. Zu einer deutlichen Veränderung kommt es bei der Frau in der Menopause, beim Mann findet der Abbau später und langsamer statt. Auf Quantität und Qualität kommt’s an Der altersbedingte Knochenabbau ist ein normaler Prozess. Er wird dann gefährlich, wenn er zu schnell vor sich geht und zu einer Osteoporose führt. Die Krankheit zeichnet sich durch eine zu kleine Dichte der Knochenbälkchen aus. Auch die Qualität des Knochenbaumaterials ist beeinträchtigt. Das macht den Knochen porös. Ein osteoporotischer Knochen bricht oft schon bei der kleinsten Belastung, manchmal sogar gänzlich ohne eine Krafteinwirkung von aussen. Besonders häufig kommt es bei den Wirbelknochen, dem Oberschenkelhalsknochen und im Bereich des Handgelenkes zu Frakturen. Unbehandelt kann die Krankheit zu einer totalen Immobilität führen und grosse Schmerzen verursachen, manchmal sogar zum Tod führen. Von der Osteoporose besonders häu-fig betroffen sind Frauen in der Menopause. Durch die abnehmende Produktion des weiblichen Geschlechtshormons Östrogen verliert der Körper eine wichtige Substanz, die den Knochenabbau hemmt. Das Risiko für einen osteoporotischen Knochenbruch beträgt bei Frauen ab 50 Jahren etwa 50 Prozent, bei gleichaltrigen Männern dagegen lediglich 15 Prozent. Weil die Östrogene für gesunde Knochen so wichtig sind, haben auch untergewichtige Frauen und Hochleistungssportlerinnen mit strengem Diätplan, Ausbleiben der Menstruation und geringem Körperfettanteil ein grösseres Osteoporose-Risiko. Denn Östrogene werden auch in den Fettzellen produziert. Daher leiden magere Frauen mit wenig Fettgewebe oft unter einem Östrogenmangel und entwickeln schon in jungen Jahren eine Osteoporose. Auch andere hormonelle Störungen, wie etwa bei einer Überfunktion der Schilddrüse oder bei Männern bei einem Mangel an Testosteron, können die Entstehung des gefürchteten Knochenschwunds fördern. Gene, Alkohol und Zigaretten Ein grosser Risikofaktor sind die Gene. Kommen osteoporotische Knochenbrüche in der eigenen Familie vor, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass man selber mit wachsendem Alter eine Osteoporose entwickeln wird, 50 Prozent höher als bei Menschen ohne eine entsprechende erbliche Vorbelastung. Auch jahrelanger starker Alkohol- oder Nikotinkonsum fördert den Abbau. Wichtig ist zudem eine calciumreiche Ernährung. Wird zuwenig Calcium über die Nahrung aufgenommen, zapft der Körper den Calciumspeicher in den Knochen an und hält so alle wichtigen calciumabhängigen Funktionen in unseren Organen aufrecht. Dabei bauen sich die Knochen mehr und mehr ab und die Gefahr für eine Osteoporose wächst. Vitamin D hilft, Calcium einzulagern Einer Osteoporose vorbeugen kann auch eine genügend grosse Zufuhr von Vitamin D. Dieses wird einerseits über die Nahrung aufgenommen und anderseits unter Sonneneinstrahlung vom Körper selbst gebildet. Vitamin D oder eine Kombinationstherapie ist wichtig, damit der Körper Calcium in den Knochen einlagern und Knochensubstanz aufbauen kann. Noch vor 15 Jahren gab es in der Schweiz kaum Fälle von Vitamin-D-Mangel. Nach jahrelangen Hautkrebskampagnen, in denen vor den Gefahren von zu viel Sonneneinstrahlung gewarnt wurde, leiden heute allerdings wieder vermehrt Menschen an einem Mangel an Vitamin D. Auch verschiedene Krankheiten wie ein Morbus Crohn oder eine rheumatoide Arthritis können die Osteoporose fördern. Zudem beschleunigen bestimmte Medikamente wie Heparin, Antiepileptika und die langfristige Einnahme von Cortison den Knochenschwund. Früherkennung wichtig Für die Osteoporose-Behandlung ist eine Früherkennung der Krankheit wichtig. Denn auch wenn dank guter Medikamente der Knochenschwund gestoppt und manchmal sogar auch zusätzlich Knochensubstanz aufgebaut werden kann: Heilen kann man Osteoporose noch immer nicht. Je früher der Knochenschwund aber therapiert wird, desto geringer ist das Risiko, in den nächsten Jahren einen oder mehrere Knochenbrüche zu erleiden. Vor allem für Menschen mit einem erhöhten Risiko für Osteoporose könnte es sich daher lohnen, die Knochendichte messen zu lassen – selbst wenn die Krankenkasse die zirka 80 Franken für die prophylaktische Untersuchung möglicherweise nicht bezahlt Dossier-Übersicht
«Osteoporose» Bewust leben «Trotz Osteoporose voll Lebensfreude» Starke Knochen «Osteoporose lässt sich vorbeugen» Konsequenz nötig «Die Behandlung setzt dreifach an» Früh behandeln «Osteoporose wird oft unterschätzt» Zement im Wirbel «Schlüsselloch-Chirurgie bei Bruch» Naturheilkunde «Wichtige Akzente bei Osteoporose» Mehr Mobilität «Implantate stützen Wirbelsäule» Aktive Knochen «Bewegung stäkt die Substanz» OsteoSwiss «Ansprechstellen bei Osteoporosefragen» Kein Schicksal «Nützliche Infos zur Osteoporose» |








