Vista Nr. 8 September 2008
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Bewusst leben Trotz Osteoporose voll Lebensfreude Die Diagnose Osteoporose hat in Ruth Zellers Leben einiges verändert: Sie lebt bewusster und legt viel Wert auf einen «knochenfreundlichen» Lebensstil. An Lebensfreude hat die rüstige Rentnerin dabei nichts eingebüsst. Dass ihr Körper die Knochen langsam, aber stetig abbaut, davon hat Ruth Zeller lange nichts gespürt. «Ich habe jahrelang in den Tag hinein gelebt, bin meiner Arbeit in der Gastronomie nachgegangen und habe mich zu Hause um Haushalt, Kinder und Mann gekümmert. Sorgen über meine Gesundheit habe ich mir kaum gemacht – bis mir eines Tages plötzlich das Kreuz wehtat», erzählt sie. Wegen Rückenschmerzen zum Arzt Die Schmerzen kamen und gingen. Als sie diese auch nach Wochen nicht mehr ganz loswurde, suchte sie einen Neurologen auf und liess sich untersuchen. «Dieser stellte nichts Ungewöhnliches fest, schickte mich jedoch zu einem Rheumatologen für eine Knochendichtemessung. Er hatte den Verdacht, ich könnte Osteoporose haben. Ich war 56, hatte meine Wechseljahre hinter mir und am Rücken bildete sich ein kleiner Buckel.» Nach der Knochendichtemessung beim Rheumatologen gab es keinen Zweifel mehr: Ruth Zeller hatte eine Osteoporose, und zwar schon in einem fortgeschrittenen Stadium. Sie musste dringend behandelt werden. Froh um Diagnose Das war vor zehn Jahren. Heute ist Ruth Zeller 66 und voller Lebensfreude. «Ich bin froh, dass man mir damals die Osteoporose diagnostiziert hatte. So konn--te der Knochenschwund gestoppt werden. Ohne die Behandlung hätte ich vielleicht schon einen oder mehrere Knochenbrüche gehabt. Denn gestürzt bin ich seither schon mehrmals.» Seit Ruth Zeller weiss, dass sie unter Knochenschwund leidet, lebt sie bewusster und versucht, jeden Tag zu geniessen. «Ich bin froh, dass ich keine schlimmere Krankheit habe. Ich bin nach wie vor mobil und unabhängig.» Wie viele andere Patientinnen erhielt auch Ruth Zeller nach der Diagnose Osteoporose Calcium-Tabletten und ein Bisphosphonat-Präparat verschrieben. «Ich vertrage beide Medikamente gut und auch die Einnahme machte keine Probleme.» Unangenehm sei am Anfang gewesen, dass sie die Bisphosphonat-Tablette täglich nüchtern, eine halbe Stunde vor dem Frühstück mit viel Wasser einnehmen musste und danach dreissig Minuten aufrecht sitzen oder stehen musste. «Das änderte sich jedoch schon nach einem Jahr. Da kam ein neues Präparat auf den Markt, das mir erlaubte, nur noch einmal wöchentlich eine Tablette zu schlucken.» Bei ihrer nächsten Arztkonsultation will Ruth Zeller den Osteoporose-Spezialisten fragen, ob er ihr das Bisphosphonat auch spritzen könne. «Abgesehen vom Calcium müsste ich dann wegen des Knochenschwundes überhaupt keine Tabletten mehr schlucken und nur noch alle drei Monate für eine Injektion zum Arzt gehen.» Die Schwierigkeit bei der Behandlung von Osteoporose sei, dass man sich konsequent und ein Leben lang an die Empfehlungen des Arztes halten müsse. «Das fällt manchmal schwer, denn solange man sich keinen Knochen gebrochen habe, macht Osteoporose weder weh noch sieht man etwas. Da fragt man sich gelegentlich schon, ob man seine Medikamente wirklich nehmen muss», gesteht Ruth Zeller. Lebensstil angepasst Mit der Diagnose Osteoporose änderte die rüstige Rentnerin ihren Lebensstil: «Ich ass früher kaum Milchprodukte, weil ich sie nicht besonders mochte. Heute achte ich jedoch ganz bewusst darauf, dass ich täglich Milch, Joghurt und Käse zu mir nehme und mich ausgewogen ernähre – wenig Fleisch und viel Gemüse, Salat, Obst esse und auf Kaffee und Alkohol möglichst verzichte.» Zudem ist Ruth Zeller bestrebt, sich regelmässig zu bewegen. Sie geht täglich aus dem Haus, und sei es auch nur, um etwas einzukaufen. «Beim Einkaufen schaue ich darauf, dass ich nicht zu viel auf einmal mit nach Hause nehmen muss. Denn wer Osteoporose hat wie ich, sollte nicht zu schwer tragen. Allein das Heben einer schweren Einkaufstasche kann ja bereits zu einem Knochenbruch führen», sagt sie. Auch wenn Ruth Zeller zu Hause die Wohnung putzt, achtet sie darauf, alles langsam zu machen, sich körperlich nicht zu überanstrengen und sich nirgendwo anzuschlagen. Denn auch das kann bei Osteo-porose bereits zu einer Fraktur führen. «Dass ich meine Knochen leicht brechen kann, ist fest in meinem Bewusstsein verankert. Das erleichtert es mir, meinen Lebensstil auch im Alltag möglichst ‹knochenfreundlich› zu gestalten.» Dossier-Übersicht
«Osteoporose» Bewust leben «Trotz Osteoporose voll Lebensfreude» Starke Knochen «Osteoporose lässt sich vorbeugen» Konsequenz nötig «Die Behandlung setzt dreifach an» Früh behandeln «Osteoporose wird oft unterschätzt» Zement im Wirbel «Schlüsselloch-Chirurgie bei Bruch» Naturheilkunde «Wichtige Akzente bei Osteoporose» Mehr Mobilität «Implantate stützen Wirbelsäule» Aktive Knochen «Bewegung stäkt die Substanz» OsteoSwiss «Ansprechstellen bei Osteoporosefragen» Kein Schicksal «Nützliche Infos zur Osteoporose» Ruth Zeller weiss, dass ihre Knochen wegen der Osteoporose leicht brechen können. Trotzdem geniesst sie täglich ihr Leben. |








